Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Verunsicherung herrscht. Verstörung. Die Menschen wissen nicht, wo sie stehen, nicht, wohin sie gehen sollen. Wir haben es noch schlimmer getroffen als die Menschen da draußen, denn bei uns kommt zum Pisa-Schock noch der Erdnussentzug. Nur weniger Tage bedurfte es, um alle an die überall im Haus bereitstehenden 50-Kilo-Säcke mit Erdnüssen zu gewöhnen; zwei, drei Wochen haben ausgereicht, um alerte, leistungswillige und stressresistente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines florierenden Mittelbetriebs in einen amorphen Haufen abhängiger Junkies zu verwandeln: Die ganze Redaktion ist auf kaltem Truthahn. Wie so etwas passieren konnte? Ob es überhaupt "passiert" und nicht vielmehr perfides Kalkül ist, wird noch zu prüfen sein. Der Betriebsrat ist jedenfalls verständigt und wird erste Schritte unternehmen, sobald er aus dem künstlichen Tiefschlaf erwacht.

Überhaupt: Es ist eine seltsame Zeit. Die Erdnüsse sind weg, man ahnt, dass das Jahr zu Ende geht, und dennoch fühlt man sich wie ein Skifahrer, der soeben die Streif gewonnen hat: Man hat es noch nicht realisiert. Wie viele Wochen hat noch mal schnell ein Jahr? Und wie viele Falter-Ausgaben? Das Best-of-Böse-Team arbeitet - man merkt's am Mailverkehr - auf Hochtouren, es muss also dem Ende zu gehen. Aber warum steht Armin Thurnher im Schnee (siehe S. 48) - mit einem Selbststrickensemble auf dem Kopf und einem Kochbuch in der Hand? Hat er am Ende ein Kochbuch geschrieben? Schon wieder?! Lesen Sie einfach diesen Falter, vielleicht kennen Sie sich dann ja aus.


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