Kolumne??

Die Treibjagd des Westens gegen Julian Assange

Außenpolitik


Raimund Löw

Falter & Meinung, FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Bereits vor mehr als 20 Jahren, lange vor dem Internet und Jahrzehnte vor Wikileaks, war es im Moskau der Glasnost eine heiß diskutierte Frage: Wie soll ein Staat funktionieren, wenn es keine Behörde gibt, die sensible Informationen und geheime Akten vor der Veröffentlichung schützt?

Der oberste Zensor der Sowjetunion, ein trauriger, alter Mann, musste nicht nur erleben, dass Michail Gorbatschow sein Amt auflöste, sondern auch noch den Reportern Rede und Antwort stehen. Dass in westlichen Redaktionen wirklich keine Zensoren sitzen, konnte er nicht glauben.

Bei Pressefreiheit ist die Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen erlaubt, auch dann, wenn der Geheimnisverrat selbst geahndet wird, lautete damals die Antwort von uns westlichen Korrespondenten.

1971 hatte das amerikanische Höchstgericht gegen die Nixon-Administration das Recht der New York Times verteidigt, die Pentagon Papiere über den Vietnamkrieg zu veröffentlichen. Informierte und kritische Bürger sind die Voraussetzung

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