Wertungsexzess

Hero der Woche: Claudia Bandion-Ortner

Politik | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Die Justizministerin will transparent machen, wie viele Inserate Parteien in Zeitungen schalten

Endlich ein mutiger Vorschlag aus dem Justizministerium. Claudia Bandion-Ortner will, dass Interessengruppen und Parteien laufend offenlegen, in welchen Medien sie für wie viel Geld geschaltet haben. Denn längst hat sich in Österreich eine Art zweite Presseförderung etabliert. Vor allem die Boulevardblätter Österreich, Kronen Zeitung und Heute profitieren von Inseratenkampagnen der Ministerien, allen voran des Kanzleramtes. Während die offizielle Presseförderung um eine Million Euro gekürzt wurde, stieg das einschlägige Inseratenaufkommen um 1,5 Millionen Euro. Die Geschäfte laufen dabei nach dem Prinzip "Du schreibst gut über mich, ich schalte ein Inserat", oder umgekehrt. Solche Klüngeleien lassen sich nicht verhindern, aber transparent machen. Bandion-Ortners Vorstoß ist ein erster Schritt.


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