Wenn den Frauen die Triebe gestutzt werden

Politik | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Das Mitleid mit Migrantinnen hat lange den feministischen Diskurs ersetzt. Zwei Bücher laden das Thema endlich neu auf

Rezension: Sibylle Hamann

Mit dem Feminismus ist es ähnlich wie mit der Gesundenuntersuchung. Man denkt nicht gern dran. Man spürt zwar schon die längste Zeit, dass es an vielen Stellen zwickt, aber man redet sich ein, es werde schon nichts Ernstes sein. Das gehe von selber wieder vorbei, man könne sich eh prima ablenken, und wenn man sich sehr bemühe, spüre man die Symptome fast gar nicht mehr.

Aber dann gibt es doch wieder einen Befund. Mit schlechten Blut- und Leberwerten. Und irgendwie entkommt man auf Dauer der Frage nicht, ob die vielen Symptome nicht vielleicht doch mit einem größeren Krankheitsbild zusammenhängen.

Die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz ist eine, die uns seit Jahren solche Untersuchungen aufdrängt. Einem widerwilligen Österreich, das sich für pumperlgesund hält und genervt die Augen verdreht, wenn man ihm sagt, dass ihm ein paar Veränderungen


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