Sie trägt den Morgenrock der toten Mutter

Feuilleton | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Bei Pisa haben sich die Schweizer zuletzt wacker geschlagen. Für den Songcontest 2011 sieht es freilich nicht ganz so gut aus

Reportage: Tex Rubinowitz

Seufzer der Erleichterung drangen aus der stickigen Pressestube der Bodenseearena in Kreuzlingen (Krüzlingä), nachdem die Schweizer Teilnehmerin am Eurovision Songcontest 2011 in Düsseldorf ermittelt worden war. Die 23-jährige Baselländerin Anna Rossinelli erhielt mit ihrem ukuleleunterstützten Song "In Love for a While" per Televoting die meisten Stimmen. Zuletzt war die Schweiz ja wenig erfolgreich gewesen bei diesem weltweit größten Fernsehereignis, nicht einmal fürs Finale hatte es gereicht. Sieht man vom Sieg der kanadischen Legionärin Céline Dion von 1988 ab, datiert der letzte echte Schweizer Triumph von 1986: ein zweiter Platz für Daniela Simmons, die dieses Jahr vom Rapper Duke mit auf die Bühne gezerrt wird.

Daniela Simmons (51) trägt den roten Morgenrock ihrer toten Mutter. Unklar bleibt, wofür dieser stehen soll.


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