Als die Piktogramme laufen lernten

Feuilleton | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

15 Jahre Dans.Kias: Die Wiener Choreografin Saskia Hölbling lässt die Zeichen tanzen

Vorschau: Bettina Hagen

Will man Saskia Hölblings neues Stück "Pictographic Events" verstehen, muss man sich kurz die Bedeutung von Piktogrammen in der heutigen, globalisierten Welt vor Augen führen.

Jene Zeichen oder Bildsymbole, die - etwa auf Flughäfen - Menschenmassen ohne gemeinsame Sprache oder gemeinsamen kulturellen Hintergrund in dieselbe Richtung dirigieren, sind so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner einer Information oder Handlungsanweisung. Im Gegensatz dazu bezieht nun das Stück seine Spannung daraus, die Zeichen "im Sinne ihrer größtmöglichen Deutung" zu verwenden, erklärt Saskia Hölbling im Gespräch bei einem Probenbesuch.

Was ist "piktografischer" Tanz? Wie konkret und wie abstrakt kann man darin sein? Solche Fragen hat sich die Choreografin gestellt. Hölblings Beschäftigung mit der Familie der Piktogramme hat nichts mit Posen und einer eindimensionalen Umsetzung der Zeichen


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