Ich glaub, ich steh im Wald

Feuilleton | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Arno Schmidts "Zettel's Traum" ist nach 40 Jahren in der definitiven Form erschienen

Monumentallektüre: Sebastian Fasthuber

Die Möglichkeit, dass ich ein Buch über Edgar Poe schreibe", berichtete Arno Schmidt (1914-1979) seinem Verleger Ernst Krawehl im Mai 1964 kurz und knapp. "Das Material sprintet förmlich auf mich zu."

Ein schönes Bild, das harmlos anmutet, wenn man weiß, was aus dieser Idee einige Jahre später geworden ist. Mit seinem Poe-Buch "Zettel's Traum" hat Schmidt in der zweiten Hälfte der 60er-Jahre in einem schreiberischen Dauersprint das voluminöseste und merkwürdigste literarische Werk geschrieben, das in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entstand.

Nach 40 Jahren Wartezeit konnte es diesen Herbst endlich in der Form erscheinen, in der der Autor es sich gewünscht hatte. Als die erste Ausgabe 1970 veröffentlicht wurde, war die Setzkunst noch nicht so weit, mit dem Text, der über drei miteinander korrespondierende Spalten ("TextSträhnen") läuft, vernünftig


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