Auferstanden nach 30 Jahren

Feuilleton | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Die Wiener Künstlerin Birgit Jürgenssen wird nach ihrem Tod berühmt. Der Markt für posthume Karrieren boomt

Recherche: Matthias Dusini

Am 25. September 2003 um 16 Uhr stirbt die Wiener Künstlerin Birgit Jürgenssen. Eine halbe Stunde später ruft das Bundeskanzleramt bei ihrem Lebensgefährten, Hubert Winter, an und teilt ihm mit, dass ihr der Staatspreis für Fotografie zuerkannt wurde. Die posthume Karriere der Birgit Jürgenssen beginnt.

Die Sammlung des Energieunternehmens Verbund kauft einen Werkblock an und zeigt ihn in Ausstellungen neben Werken von berühmten Kolleginnen wie Cindy Sherman. Anlässlich des 60. Geburtstags der Künstlerin erscheint eine Monografie, am Donnerstag dieser Woche eröffnet das Kunstforum Bank Austria eine Retrospektive. Kunsttheoretiker stellen Jürgenssen in eine Reihe mit Meret Oppenheim und Louise Bourgeois. Muss die Kunstgeschichte umgeschrieben werden?

"Sie hat mit der jahrhundertealten Tradition, dass der Mann das Bild der Frau schafft, gebrochen",


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