Stadtrand?

Vorsicht, Dachschlawiner!

Urbanismuskolumne

Christopher Wurmdobler
Stadtleben, FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Natürlich ist es nicht schön, wenn einen ein Schneebrett vom Dach eiskalt im Genick erwischt. Und von einem 2-Meter-Eiszapfen mag man sich auch nicht gern erschlagen lassen. Wir sind schließlich nicht in Wörgl oder so, wir sind in Wien. Was nicht bedeutet, dass hier weniger Dachlawinen abgehen als in Tirol. Zumindest gewinnt man den Eindruck, so dringend mahnen jetzt wieder die Schilder auf den Gehsteigen vor der Stadtwinterkatastrophe. Aber wieso um alles in der Welt hängen diese Schilder an Stangen, die im 45-Grad-Winkel an Hausfassaden lehnen und einen Meter auf den Gehsteig ragen? Manchmal steht auch "Vorsicht Dachlawine" direkt auf den Stangen - so klein, dass man's kaum lesen kann. Sogar bei Flachdächern. Wahrscheinlich sorgen die Hinweisstangen, nennen wir sie Dachschlawiner, für mehr Unfälle als Glatteis und Dachlawinen zusammen. Auf unbeleuchteten Straßen punschtrunken über Dachschlawiner zu stolpern, zu stürzen und im Gatsch zu landen ist echt nicht schön. Könnte man bitte noch ein Schild aufstellen: Vorsicht, Dachschlawiner!

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FALTER 30/19
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