Sänger nur als Diener ihrer selbst: Was für eine Farce!

Steiermark | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Studierende und Lehrende der Kunstuni haben sich Donizettis "Bräuche und Missbräuche des Theaters" vorgenommen

Kritik: Herbert Schranz

Als einen Höhepunkt der heurigen Mumuth-Abo-Saison präsentierte die Kunstuniversität Graz (KUG) eine Oper von Gaetano Donizetti, die dieser selbst als "farsa", als Farce, bezeichnete: "Le convenienze ed inconvenienze teatrali" (1831), "Die Bräuche und Missbräuche des Theaters". Wieder sind alle Ausführenden Studierende, Absolventen oder Lehrende der KUG. Das sparsame Bühnenbild im György-Ligeti-Saal stammt von der Studierenden Hemma Pirka, die Regie von der Professorin Barbara Beyer.

Eine eigentliche Handlung gibt es nicht. Man probt eine Oper offenbar ernsten Stoffes, die allzu ernst auch nicht sein kann, denn alle Arien sind in Ausgestaltung, Reihenfolge und Besetzung tendenziell dem Willen der dominierenden Sängerinnen und Sänger unterworfen. Lange erträgt das der probenleitende Komponist Biscroma (Kim Hyung Jun) mit bewundernswert stoischer

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