Phettbergs Predigtdienst

Schmerz-Kontemplation der Vergänglichkeit

Kolumnen | aus FALTER 50/10 vom 15.12.2010

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Träumte ich von Junicks? Schüchtern stand er vor der Tür und trat nicht ein. Wird Junicks zur Nikololesung kommen? Es ist eine sehr merkwürdige Kommunikation zwischen Sir Junicks und mir, Maso Phettberg! Ich bin ein funktionaler Analphabet, aber irgendwann wird - oder eben nicht! - Sir Junicks seine Flaschenpost an mich ausstreuen. Jeden Augenblick kann es läuten: Mein Schwimmlehrer, Reiner Reitinger, führt mich ins Löwenherz und wieder heim. Dass ich, wie noch vor drei Jahren, alleine ging, wäre heute unmöglich! Wahrlich, beim Verbleichen kann niemandem so gut zugeschaut werden wie mir.

Dass "Gott" so großartigste Personen zu mir sandte, zu meiner Phase, zu meiner Einwohnung Gottes! "Gott", sagt ein Sprichwort, "schreibt auf krummen Zeilen gerade." Meine Conclusio: Wer es wagte, sich zu liieren, hat das Leben meditiert, ich muss halt gestionieren. Sie merken, Duhsub, ich wage immer seltener den Satz zu tippen: "Es gibt keinen Gott." Ich würde im Nunigen tippen: Das Philosophikum "Gott" ist das Knäuel unserer Träume von "Gott".

Die Lesung ist persolviert! Dass ich seit dem Jahr 1993 nikololesen darf, ist für einen Narr-Zisten wie mich eine große Nikologabe! Denn für nichts (außer für Blue Jeans) begeistere ich mich mehr als für mich selbst! Manuel W. Bräuer las aus den Gestionsprotokollen. Er ist von einer Bescheidenheit, die nicht erlernbar ist! Keine Sekunde in seiner Gegenwart ist einem unangenehm, und seine Herzerfrischtheit ist reine Therapie. Manuel verlas alle gestionierten Nikolotage der letzten vier Jahre, nur das heurige Nikolodrama kam ganz frisch aus dem Computer, und Manuel, mein Sado, befahl mir, es selbst vorzulesen.

Schon immer war S/M in Gebrauch in aller Welt. Jetzt zeichnet sich sogar ab, dass zuhören unbezahlbar wird bzw. reden dürfen. Das nennt sich offiziell (noch) nicht S/M, aber ich, der Groß-Zitterant, schaffte es mein Leben lang, nie mich zu liieren. Bin ich ein Pro-Phett-lein? Mir beim Radebruch meiner verfallenden Protokolle zuzuhören ist für alle eine reinste Schmerz-Kontemplation der Vergänglichkeit des Seins. Generell waren lauter Bekannte anwesend, doch leider waren keine Jeans so versaut, dass ich Junicks darin erkannt hätte!

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