Ohren auf??

Lieder von Winter, Nacht und Tod

Sammelkritik

Carsten Fastner | Lexikon | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Nun ist die Welt so trübe / Der Weg gehüllt in Schnee." - Auch wir ergeben uns der Trostlosigkeit des Winters und versinken in jahreszeitadäquater Musik. Zuvorderst natürlich in Franz Schuberts "Winterreise".

Der Wiener Bariton Adrian Eröd und der burgenländische Pianist Eduard Kutrowatz haben gerade eine überzeugende und sympathische Aufnahme vorgelegt (Gramola). Eröd, bekannt vor allem als Mitglied der Wiener Staatsoper, artikuliert glasklar, kann im Vertrauen auf seinen feinsinnigen Begleiter seine ganze Ausdrucksstärke ausspielen, ohne dabei je ins Sentiment abzugleiten - und hat zu alldem auch noch einen aufschlussreichen Begleittext geschrieben.

Den Grad an Differenziertheit, den diese Interpretation erreicht, sollte man von Matthias Loibner und Natasa Mirkovic-De Ro nicht erwarten; deren "Winterreise" (Raumklang) hat ein ganz anderes Ziel. Kahl wie ein Baum im Dezember wirkt sie im direkten Vergleich, denn Loibner hat den Zyklus für seine Drehleier bearbeitet und entfacht

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