Vor 20 Jahren im Falter??

Falter & Meinung | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Wie wir wurden, was wir waren

Das war's 1990

Wieder keine schlechte Ausgabe, die letzte im Jahr 1990. Überhaupt keine schlechte Ausgabe. Im Gegenteil: Man weiß nicht, aus welchem Artikel man nicht zitieren soll!

Ausweg: einfach einmal anfangen aufzuzählen, was alles drinstand. Christian Reder schrieb einen Kommentar über die soeben fixierte große Koalition und darüber, dass zu den Alten im Land keine Alternative bestand (Bacher, Oberhuber, Vranitzky).

Thomas Vasek porträtierte Manfred Matzka, damals Sekretär von Innenminister Löschnak. Matzka kam aus der "Stamokap"-Fraktion des VSStÖ (Michael Häupl, Peter Pelinka, Josef Cap), die zentralistisch agierte, zukünftige Karrieren ausschnapste und Dissidenten ausschloss (wie Peter Pilz). Genüsslich hielt Vasek dem für Fremdenwesen zuständigen Matzka dessen eigenes Zitat vom Tag davor entgegen: "Fremdenpolizei ist die Waffe, die sich immer gegen die Arbeiterbewegung richtet" und so weiter.

Caspar Einem, Leiter des kommunalpolitischen Referats der Arbeiterkammer, berichtete von seiner Amerikareise und den Problemen der USA mit Wirtschaftsflüchtlingen.

Monika Czernin lieferte eine Reportage aus St. Petersburg, das 1990 noch Leningrad hieß. Dollerschickeria und deutsche Investoren waren schon da.

Der Autor dieser Zeilen begrüßte das Mozartjahr ("Gib dir den Würfel, Mozart!"), Wolfgang Zinggl interviewte Alfred Hrdlicka, den streitbaren Bildhauer, der anlässlich seiner Ausstellung "Kunst der Verführung" sagte: "Ich bin ein Verführter des Formalen."

Ja, und dann gab's noch ein Riesengespräch von Roland Koberg mit Gert Voss, "Darsteller des Othello, des Shylock, des Ivanov und demnächst auch von Gott". Und eine fette Literaturbeilage.

Klaus Nüchtern und Tex Rubinowitz borgten sich Sauerstoffgeräte und ein Biwakzelt aus und feierten die Erstbesteigung des Stephansdoms mit Sauerstoffgeräten. Sie nahmen die Stiege. AT


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