Kommentar?

"Schadensfall" Kind: Wer soll für ein Kind mit Behinderung haften?

Inklusion


Barbara Tóth
Falter & Meinung | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Eltern, die ein Kind mit einer Behinderung bekommen, die ihr betreuender Arzt hätte erkennen müssen, sollen ab nächstem Sommer keinen Anspruch mehr auf "Schadenersatz" haben. Das sieht eine Novelle von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner vor. Ist das wirklich ein Grund zum Jubeln, wie es derzeit die Volkspartei, die katholische Kirche und Lebensschutzvereinigungen quer durch Österreich behaupten? Mitnichten.

In den letzten Jahren hatten Gerichte begonnen, Ärzte für ihre Diagnosefehler in die Pflicht zu nehmen. 2008 wurde Eltern nicht nur der Mehraufwand zugesprochen, der die Umsorgung des Kindes mit sich bringt, sondern der komplette Unterhalt. Kritiker stoßen sich an der Definition des Kindes als "Schadensfall", für das es "Schadenersatz" geben muss. Das sind juristische Termini technici, die unzweifelhaft fehl am Platz sind, wenn es um Menschenleben geht. Dennoch wäre es problematisch, wenn es solche Urteile nicht mehr geben darf.

Menschen mit Behinderung sind in Österreich

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige