Nachgesehen??

Politik | Bernhard Fischer | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Zu Jahresende glühen bei der Telefonseelsorge die Apparate

Weihnachten ist nicht nur das Fest der Familie und der Geschenke, sondern auch der Lebensmüdigkeit. Die Zahl der Anrufe bei der Telefonseelsorge erreicht gegen Jahresende ihren Höhepunkt. "Es ist erschütternd, wie viele Menschen Schwierigkeiten haben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und deshalb alleine sind", sagt die Leiterin der Telefonseelsorge (Notruf: 142), Marlies Matejka. Mit zwei Kollegen und 150 ehrenamtlichen Mitarbeitern spendet Matejka einsamen Wiener Seelen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr vor allem eines: Zeit. "Die Gesellschaft funktioniert sehr lösungsorientiert, ein Anruf bei einem Amt muss kurz und prägnant erfolgen, wie es einem geht und was das bedeutet, wird nicht mehr berücksichtigt", sagt Matejka und betont in Anspielung auf den omnipräsenten Sparzwang noch die Kosteneffizienz ihrer Arbeit. Die Kosten für den Telefonseelsorgedienst in Wien belaufen sich im Jahr auf weniger als 150.000 Euro für Miete, Büro und drei Angestellte.


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