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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Ich bin dann mal weg. Ernsthaft. Bis zum 3.1.2011 kann mich keiner per E-Mail erreichen, alle eintreffenden Nachrichten werden automatisch gelöscht. Dieses Weihnachtsgeschenk mache ich mir selbst. Seitdem es überall Internet gibt und jeder ein Smartphone besitzt, lassen wir uns viel zu sehr ablenken. Selbst im Urlaub, am Strand oder in den Bergen habe ich schon gemailt. Erholsam ist das nicht. Deswegen lege ich ein E-Mail-Sabbatical ein. Diese Idee stammt von der Sozialforscherin Danah Boyd. Die ist ebenfalls internetsüchtig, dreht aber während der Ferien ihr Postfach ab und speichert derweil keine Nachrichten. Denn was nützt einem der Urlaub, wenn man danach erst recht unzählige E-Mails abarbeiten muss? Ich bin gespannt, wie sich die Weihnachtspause auswirkt: Werde ich ein entspannterer Mensch sein? Oder werde ich Entzugssymptome zeigen? Am meisten fürchte ich aber, dass ich nach zwei Wochen ohne Mailzugang feststelle: Meine innere Unruhe hat eigentlich gar nichts mit den Geräten zu tun.


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