Smells like Räucherstäbchen

Feuilleton | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Sieht aus wie Ethnokitsch, ist aber voll kritisch gemeint: junge indische Kunst im Essl Museum

Ausstellungskritik: Matthias Dusini

Kalasha ist das indische Wort für Topf. Töpfe haben auch eine spirituelle Bedeutung, sie sind Symbole für Fruchtbarkeit. Der indische Künstler Bandeep Singh (Jg. 1971) verarbeitet dieses Motiv zur Fotoserie "Antarghat" (2008): Auf schwarzem Hintergrund verschmelzen nackte Frauenkörper mit Töpfen. Auf den Kohlezeichnungen Mahua Sens (Jg. 1979) sind die Ultraschallbilder einer Schwangeren zu sehen. Statt eines Fötus schwimmen ein meditierender Yogi und eine Teig knetende Frau im Fruchtwasser.

In der Ausstellung "India Awakens" über die junge Kunstszene Indiens sind zahlreiche Beispiele zu sehen, die man als Ethnokitsch abtun könnte. Bereits in der letztjährigen Schau "Chalo! India" wähnte man sich ob der zahlreichen Identitätsrequisiten in einem Currythemenpark.

Vor zehn Jahren noch hätte man solche Ausstellungen mit dem kritischen Vokabular postkolonialer


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