Nüchtern betrachtet

Der einzige Grund, Mormone zu werden

Feuilleton | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Wenn man der Gattung der vorsichtigen Menschen angehört, also jener global in großer Zahl vertretenen Spezies, die eine gewisse Scheu davor hat, spontan den Kontinent zu wechseln oder Weltreligionen zu gründen, dann sollte man sich, will man der Verspießerung entgegenarbeiten, auf sanfte Aberationen vom gewohnten Alltag einlassen: mal Tee statt Kaffee trinken, die Tageszeitung wechseln, den Hund in die Wohnung brunzen oder - für Leute, die gern mal was ganz Lässiges riskieren wollen - fünfe grad sein lassen. Ein Klassiker ist auch, ein gut bebuttertes Brot verkehrt rum essen, also so, dass man mit den unteren statt mit den oberen Schneidezähnen in die Butterschicht dringt - aber das ist dann schon mehr was für Fortgeschrittene.

Ich hege seit Jahren den Wunsch, in Wien ins Hotel zu gehen; und zwar nicht mit den üblichen, also ehebrecherischen Absichten, sondern einfach so und durchaus

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