Gottes volle Häuser

Stadtleben | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Während Katholiken kaum noch in die Messe gehen, brauchen andere Christen dringend Platz. Jetzt sollen Wiener Kirchen verschenkt werden. Über religiöse Wirren in einer unübersichtlichen Zeit

Reportage: Joseph Gepp

Jeden Sonntag kurz vor elf füllen sich die ruhigen Gassen Neulerchenfelds in Ottakring mit dichtgedrängten, schwatzenden und aufgeputzten Menschen.

Sie strömen massenhaft in die Kirche. Junge Frauen wippen Babys in ihren Armen, um jene der älteren baumeln Handtaschen. Stöckelschuhe klappern auf dem Asphalt, dutzendweise dunkle Regenschirme stemmen sich gegen das nasskalte Wetter. Eine Viertelstunde dauert der Auflauf, dann wird es wieder ruhig - drinnen hat die Messe begonnen und hinter dem letzten Kirchgänger ist die Tür zugefallen.

Rund 750 Wiener Polen kommen jedes Wochenende zum polnischsprachigen Gottesdienst in die Neulerchenfelder Kirche, sagt der aus Krakau stammende Priester Tadeusz Cichon, 52. Dann wird der unauffällige, zweitürmige Bau im Multikultigrätzel


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