Bewachsen, bedeckt, beschirmt

Stadtleben | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Sofagärtner, aufgepasst: Hier kommen die neuen Park- und Gartenführer

Buchbesprechung: Julia Kospach

Die Anekdote ist berühmt und geht so: Nachdem Joseph II. im Jahr 1766 die kaiserlichen Jagdgründe des Praters für die Allgemeinheit zugänglich gemacht hatte, öffnete er neun Jahre später, 1775, auch noch die barocken Anlagen des Augartens im zweiten Bezirk. Über dem Hauptportal ließ er die einladende Inschrift anbringen: "Allen Menschen gewidmeter Erlustigungs-Ort von Ihrem Schaetzer".

Das wiederum war einer Reihe von Aristokraten zu viel. Sie beschwerten sich beim Kaiser, dass sie nun nirgendwo mehr unter ihresgleichen spazieren gehen könnten. Joseph II. schmetterte die Klage unter Anspielung auf die Begräbnisstätte der Habsburger in der Tegetthoffstraße im Wiener Stadtzentrum ab: Wollte er stets unter seinesgleichen bleiben, meinte er, könne er nur in der Kapuzinergruft spazieren gehen.

Nicht alle "Erlustigungs-Orte" Wiens sind so imperial in ihrer Gestaltung wie der Augarten.


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