Die Zeit falten

Steiermark | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Mikael Asatrjan faltet unglaubliche Skulpturen aus Papier. Weil er leider viel Zeit dafür hat

Porträt: Michael Thurm

Vier Monate hat Mikael Asatrjan Papier gefaltet. Gefaltet, gefaltet, gefaltet und geklebt. Dann war er fertig: der blaue Pfau aus Buntpapier. Ein kleines Wunderwerk der Papierfaltkunst. In der frühen christlichen Mythologie war der Pfau Symbol der Auferstehung, in der indischen steht er für Pracht. Auf beides kann Asatrjan nur hoffen, denn er wartet seit sieben Jahren darauf, in Österreich Asyl zu bekommen. Viel Zeit, um seine Kunst weiterzuentwickeln.

Asatrjans Geschichte ist exemplarisch für viele Asylwerber - und steht gleichzeitig für sich selbst. Viele Details erzählt der junge Mann einfach nicht: "Ich bin froh, wenn ich mir keine Gedanken darüber mache." In Österreich beginnt Asatrjans Geschichte im Jahr 2003. Damals kam er mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern aus Armenien und landete bei der Caritas im Burgenland. Die Familie stellte einen Asylantrag,


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