Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 51/10 vom 22.12.2010

Überschriften sind für heuer leider aus

Die Geschäftsregale und die Straßenbahnen und der Magen und die Abwasch und der Geist des Buddhisten und der Mehltopf und die Keksdose wollen leer werden. Dann kann der Heilige Geist oder sonst jemand mit der nächsten Lieferung kommen und der ganze Bahö wieder von vorne anfangen. Auch der Kühlschrank sollte nicht vergessen werden vor dem Urlaub, genauso wie die Mailbox und das schlechte Gewissen. Deshalb haben die Menschen die Beichte, die Entschlackungskur im steirischen Thermenland, den Ausverkauf, die Steuererklärung, den Leberkäse und das Omelett erfunden. Dann irgendwann muss Schluss sein mit den Resten, sie fangen sonst an zu modern, werden grünlich und verursachen Magenkrämpfe und Erbrechen in den Schnee, wie es letztens beim einzigen echten Filmstar, den die steirischen Berge je ausgespuckt haben, zu beobachten war, mitten in der Nacht am Mariahilferplatz. Fairerweise muss man zugeben, dass es nicht der echte Filmstar war, sondern sein lokaler Doppelgänger, der sich erbrochen hat. Kurz vor Weihnachten und kurz nach langen Fernreisen ist die Stadt nämlich voll mit Doppelgängern: Chris Lohner, Richard Nixon, John McEnroe und auch der komische Engländer, der bei "ein Fisch namens Wanda" Pommes frites in der Nase hat, haben Doubles in dieser Stadt. Jenes von Hugo Chavez macht sogar Werbung für die Grazer Textildruckbranche (auf www.info-graz.at). Das wäre jetzt erst mal alles. Du, baba.

Dramatiker Johannes Schrettle ist zwar kaum in Graz, dennoch weiß er immer was von dort zu berichten


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