Kritiken

Büchner aus dem Knast:- langatmig und trist

Lexikon | Valerie Kattenfeld | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

"Leonce und Lena“ im Kabelwerk

Dass Georg Büchners Prinz Leonce unter der widerlichen Stumpfsinnigkeit aller ihn umgebenden Menschen und des Lebens an sich leidet, ist bekannt. Diese Fadesse damit zu übersetzen, dass die Sätze wie brav auswendig gelernt klingen, ist ein neuer Zugang. Einen sozialpolitisch korrekten Ansatz hat das Wiener Vorstadttheater allemal: Ein Jahr lang probte Manfred Michalke mit Insassen der Justizanstalt Wiener Neustadt "Leonce und Lena“. Herausgekommen ist eine langatmige Inszenierung, die so trist ist wie ihr Bühnenbild; nur in Momenten blitzen die Persönlichkeiten der Darsteller auf. Man wünschte, die Mitwirkenden hätten sich mehr getraut, sie selbst zu sein, und sich das Stück weniger überstülpen lassen.

Palais Kabelwerk, Mi, Do 19.30 (bis 22.1.)


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