Neu im Kino

Schräg, nicht drollig: "Attenberg“

Lexikon | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Marina schaut in den Spiegel wie auf etwas Fremdes. Weil ihr das Geschlechtsverhalten ein Rätsel geblieben ist, tauscht die 23-Jährige nur mit ihrer besten Freundin Zungenküsse: zu Forschungszwecken. Wohler scheint sie sich mit den Balzcodes von Gorillas zu fühlen, die sie aus David Attenboroughs Tierdokus abgeschaut hat. "Attenberg“ ist, was im Dada-Idiom der Dialoge von dem Namen übrigbleibt. Der Klang dieses Worts - passt gut zu diesem griechischen Drama: Das ist schräg, aber eher spröde als anbiedernd drollig. Inhaltlich wie formal bleibt Regisseurin Athina Rachel Tsangari eng an Standard-Topoi des Kunstkinos - Aufwachsen in der Provinz, nationalallegorische Deutungsangebote, geometrisch eingerichtete Bilder, kaltes Licht. JS

Ab 21.1. im Stadtkino (OmU), Preview: Sa 21.00


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