Meinesgleichen

Trotzdem lachen! Die Buwog-Telefonprotokolle

Falter & Meinung | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Diese Protokolle haben die Nation gerockt. Die Fahnder auf der Spur von Grassers Freunderlpartie haben sie aufgenommen, der Falter hat sie veröffentlicht, die ganze Öffentlichkeit hat die Tiefe des Sumpfes zumindest erahnt, und einem Unwort wie "supersauber“ wurde der Satz "Da bin ich supernackt“ zugesellt, gekrönt von der Frage "Wos woar do mei Leistung?“.

Ja, da wurden Leistungen erbracht, von fleißigen und tüchtigen Mehrkassierern, die zwar offenbar nicht wussten, wofür sie mitschnitten, dafür aber umso mehr einsackten. Selbst der Bundespräsident konnte in seiner Neujahrsansprache nicht an der Affäre vorbei und monierte, das Ansehen der Justiz nehme Schaden, wenn die Sache nicht bald aufgeklärt werde.

Die Sache ist nur - die Supersauberen und die Supernackten gaben sich wenig Blößen, sie waren beim Provisionskassieren und beim Provisionsvermitteln, beim Schieben und beim Nehmen vorn dabei und hochprofessionell. Die Polizei und die Justiz haben es nicht leicht. Und nun der öffentliche Druck durch diese Protokolle!

Deswegen werden unter den Auspizien des Dekans der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Heinz Mayer, die Kabarettisten Thomas Maurer, Florian Scheuba und Robert Palfrader die Buwog-Protokolle im Juridicum öffentlich verlesen. Es geht dabei nicht nur um den Unterhaltungswert (er wird hoch sein). Es geht um die Selbstreinigungskraft einer Gesellschaft. Reinigendes Gelächter garantiert.


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