Kommentar 

Die Sprache der ÖVP verrät: Hier geht es ums Verhindern einer Reform

Schule

Falter & Meinung | Ingrid Brodnig | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Im ersten Moment hört sich das ganz nett an: Die ÖVP hat ihr neues Bildungskonzept vorgestellt und plädiert für die flächendeckende Neue Mittelschule. Doch die Wortwahl der Volkspartei ist irreführend. Sie spricht zwar von der "flächendeckenden Ausweitung der Neuen Mittelschule“. Flächendeckend heißt laut den Schwarzen aber: alles außer Gymnasium.

Sämtliche Hauptschulen sollen in Neue Mittelschule umbenannt (und hoffentlich mit mehr Personal ausgestattet) werden, das Gymnasium bleibt aber.

Die Partei von Vizekanzler Josef Pröll will auch in Zukunft Kinder mit zehn Jahren trennen: Die einen, vermeintlich Talentierten, dürfen in die renommierte Schule (das Gymnasium). Die anderen, vermeintlich weniger Talentierten, dürfen in die weniger angesehene Schule (derzeit Hauptschule, bald Neue Mittelschule). Aber das sei eh vollkommen in Ordnung, denn: "Gymnasium und die Mittelschule sind zwei gleichwertige Säulen für die 10- bis 14-Jährigen“, heißt es im vorliegenden Konzept.


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