Am Apparat  

Wer wird Walter Meischberger spielen, Herr Scheuba?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Wos woa mei Leistung“, fragte Walter Meischberger laut den Telefonprotokollen der Justiz, in denen seine Unterhaltungen mit Karl Ernst Plech und Karl-Heinz Grasser aufgezeichnet sind. Die drei Kabarettisten Roman Palfrader, Andreas Maurer und Florian Scheuba werden die Protokolle am Montag, 17. Jänner, um 20 Uhr im Juridicum verlesen.

Um welches Genre handelt es sich bei dem Stück denn?

Es ist ein Reality-Genre. Es wird hier nichts erfunden oder ausgeschmückt. Es sind Fakten mit einer gewissen Verbindung zum Stück Unschuldsvermutung. Walter Meischberger und seine Freunde Plech und Grasser dürfen in ureigenen Worten sprechen.

Wie lässt sich das Stück inhaltlich zusammenfassen?

Es ist ein postmodernes Drama, das sich da um Walter Meischberger abspielt, um einen Menschen, der im Fadenkreuz der Globalisierung steht. Er ist jemand, der viele Geschäfte gemacht hat, der Vereinbarungen getroffen und Freundschaften geschlossen hat und der am Schluss vor der nahezu Hamlet’schen Frage steht: Wos woa mei Leistung?

Wessen Rolle werden Sie lesen?

Es spricht vor allem Meischberger, dessen Telefon ja abgehört wurde. Deshalb werden wir uns das aufteilen. Der Meischberger in uns allen soll zu Wort kommen.

Neben der Öffentlichkeit interessiert sich vor allem die Justiz für die Rolle Karl-Heinz Grassers in diesem Drama. Wie würden Sie diese charakterisieren?

Es ist schon sehr faszinierend, wie dieser Mann mit einem Menschen umgeht, mit dem er nichts zu tun haben will. Er vermeidet laut eigenen Aussagen ja jeden Kontakt zu Walter Meischberger. Und die Art und Weise, wie er jeden Kontakt vermeidet, wie er mit ihm nicht spricht und wie er ihm keine Ratschläge erteilt, das ist ganz neu. Und das macht Karl-Heinz Grasser nicht nur juristisch, sondern auch theatralisch zu einer sehr interessanten Figur.

Interview: Stefan Apfl


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