Nachgesehen  

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

"Zopf“, "Mucki“, "Elvis“ und "Franzi“. Ein Wiener Korruptionsprozess

Im Gerichtssaal sitzen einige Zuhälter, Polizisten und schrullige Kiebitze. Angeklagt ist der Wiener Chefinspektor Franz P., genannt "unser Franzi“. Jahrelang soll er Gürtelkönige begünstigt, Beweise unterdrückt und ihre Prostituierten selbst "konsumiert haben“.

Mittels Powerpoint-Präsentation zeigt der Staatsanwalt, mit welchen Zuhältern P. "verhabert“ gewesen sein soll. Es ist von Leuten mit den Spitznamen "der Zopf“, "Mucki“ und "Elvis“ die Rede und von einem Hütchenspieler mit dem Namen "Enver Hoxha“. Ihm sollte sogar ein Mord in die Schuhe geschoben werden. P., so die Anklage, habe Zeugenaussagen in diesem Fall buchstäblich "zerrissen“.

Der schmächtige Inspektor, seit drei Jahren suspendiert, bestreitet die Taten. Eine Intrige sei gegen ihn im Gange. Der Staatsanwalt aber sagt: "Hier sitzt kein kleiner Beamter, an dem wir uns abputzen, sondern ein echter Krimineller.“ Ein Urteil wird im Februar erwartet. (Siehe S. 6.)


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