Nüchtern betrachtet

Aus bloßem Bestemm: Ich bleib dann mal da!

Feuilleton | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Hätte ich nicht den Vorsatz gefasst, keine Jahresvorsatzkolumne zu verfassen, könnte ich jetzt das halbe Dutzend Jahresvorsätze herunterleiern, die ich gefasst habe. Das ist freilich ebenso langweilig wie unsympathisch, weswegen ich lieber Wein predigen und klammheimlich Wasser trinken will - was zwar kaum weniger unsympathisch, aber wenigstens geradlinig bigott und nicht ganz so abgeschmackt ist wie das rezente Ausstiegs- und Abschaltgedöns, das einem allerorten entgegenschlägt. Früher hat man sich mit 40 eine 25-jährige Geliebte oder irgendein dekadentes Hobby zugelegt (betrunken mit kleinen fiesen Sportwägen die Höhenstraße rauf- und runterbrettern oder mit ersteigerten Spazierstöcken afrikanischer Diktatoren Fabergé-Eier kaputtschlagen), heute rennen alle auf den Jakobsweg oder widmen sich schrulligen Ernährungsformen (Tiere weglassen).

Am allermeisten nervt dieses "Ich bin dann


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