Stadtrand 

Das ist doch alles ein bisschen jännerlich

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Fast so lästig wie der mittägliche "Mahlzeit“-Gruß ist dieses jännerliche "Gutes neues Jahr“-Gewünsche. Jahah, wir haben’s eh kapiert: Ein neues Jahr ist angebrochen (Besserwisser zeigen an dieser Stelle immer auf und sagen: ein neues Jahrzehnt!). Und natürlich soll so ein neues Jahr möglichst gut werden; immer ein bisschen besser als das alte sowieso. Aber irgendwann muss doch auch mal wieder Schluss sein mit den frommen Neujahrsgrüßen. Wie lange ist so ein neues Jahr denn noch neu? Manche behaupten, Wünsche dürften so lange vorgebracht werden, bis man das erste Mal Linsen gegessen habe. Oder Sauerkraut. Einige gehen sogar davon aus, "Happy New Year“ gelte genau so lange, bis man das erste Mal in ein Hundstrümmerl gestiegen ist, die Straßenbahn mit dem Stinker erwischt hat und über eine völlig nutzlose Dachlawinenwarnung gestolpert ist. Sehr gut. Her also mit Sauerkraut und Linsen, verstinkt die Bim, stellt Lawinenschilder auf und lasst die Hunde los! Und dann hört auf, ein gutes Neues zu wünschen.


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