Schöne neue Stadt

Stadtleben | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Wiens Grüne waren schon immer eine Partei konkreter Projekte. Jetzt werden sie alle realisiert. Oder nicht?

Bericht: Joseph Gepp

Das Schneckentempo ist das normale Tempo jeder Demokratie“, pflegt Deutschlands Altkanzler Helmut Schmidt zu sagen. Und: "Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“

Die Grünen würden diesen Worten wohl nicht uneingeschränkt beipflichten. Denn sie waren immer weniger Realpolitiker als Visionäre. Oder, weniger visionär gesagt: Anhänger konkreter Projekte. Vom 25-Schilling-Benzinliter im Jahr 1990 bis zum gemeinsamen Planungsressort für Wien, Niederösterreich und Burgenland 2002 - stets wollte die Partei mit mehr oder weniger utopischen Ideen die Welt besser machen. Die Konkretheit wurzelt in den späten 70er-Jahren, als die nachmaligen Grünen in Form einzelner Bürgerinitiativen gegen ganz bestimmte Vorhaben kämpften, etwa Zwentendorf oder Hainburg.

Überbordender Gestaltungswille muss aber nicht immer Vorteil sein für Politiker einer Demokratie. Denn für


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