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Die reifen Früchte der Granaten mögen Menschen und Primaten

Grundkurs Kochen (106)

Stadtleben | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Nein, die Granatäpfel, die jetzt wieder türkische Marktstandler und heimische Diskonter (die vom Hofer sind super!) im Angebot haben, sind nicht dazu gedacht, dass man sie als Deko im Obstkorb vertrocknen lässt. Trotzdem machen das viele, was schade ist - dafür sind Granatäpfel zu teuer, zu gesund und zu köstlich. Wahrscheinlich wissen Granatapfeltrockner einfach nicht, wie man das Obst (angebaut wird es im Mittelmeerraum) mit dem lateinischen Namen Punica granatum isst. Einfach reinbeißen ist nicht, eine ordnungsgemäße Zubereitung empfiehlt sich.

Der orange- bis tiefrote Granatapfel sollte eine harte Schale haben, bräunliche Stellen sind zwar nicht ganz so schlimm, deuten aber auf Überreife hin. Wir schneiden den Blütenansatz der Frucht mit einem scharfen Messer knapp ab und brechen den Granatapfel mit zwei Händen gegeneinander drehend auf. Jetzt kommt die nervige Kleinarbeit: Mit den Fingern fitzeln wir die roten Fruchtkernchen aus den zahlreichen weißen Kammern und geben sie in eine Schüssel; die weiße Kammersubstanz schmeckt nicht, weg damit! Wer hier einzeln nascht, bringt sich um ein explosives Geschmackserlebnis: Granatapfelkernchen braucht man einen ganzen Mund voll.

Ist die Frucht schon sehr reif, kann sie vielleicht etwas dumpf schmecken, weshalb man den Saft einer halben Zitrone über die Kernchen träufeln kann (bei eher unreifen Exemplaren lieber sein lassen, sonst wird’s zu sauer). Und nun kann gelöffelt werden. cw


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