Prost!  

Glühwein & Punsch? Pffft, jetzt machen wir hier Schnaps heiß

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Heißer Schnaps

Stadtleben | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Vielleicht muss man eine blöde österreichische Erkältung und eine liebe rumänische Freundin haben - aber auf die Idee, Schnaps zu würzen, zu zuckern und heiß zu machen, kommt man ja sonst nicht! Jedenfalls servieren sie in Rumänien jetzt im Winter angeblich an jeder Straßenecke Ţuică fiarta, heißen Zwetschkenschnaps, und es empfiehlt sich, das Getränk nicht im öffentlichen Raum, sondern - unter Beobachtung - im privaten Rahmen zuzubereiten und einzunehmen.

Man will ja nicht, dass der Brauch Schule macht und demnächst am Rathausplatz alle am Hochprozentigen nippen. Was heißt nippen: trinken! Die Rumänen kippen das Zeug angeblich weg wie andere Leute Tee - und zwar ohne Rum. Die Herstellung dieser Art Glühschnaps ist denkbar einfach: Obstbrand (wer keine rumänische Großmutter hat, die einem Plastikflaschen mit illegal Gebranntem zusteckt, nimmt lokalen Zwetschkenschnaps, Apfel oder Birne geht aber auch) in einen Topf geben - sagen wir einen Viertelliter. Einen Esslöffel schwarze Pfefferkörner (!) und ein, zwei Lorbeerblätter (!) dazu sowie zwei Teelöffel Zucker und auf ganz kleiner Flamme langsam erhitzen. Fünf bis zehn Minuten lang ziehen lassen und dabei gut aufpassen, dass der Schnaps nicht kocht, sonst verfliegt ja der schöne Alkohol.

Im Teeglas servieren und sich total rumänisch vorkommen. Angeblich ist Ţuică fiarta, ja auch gut gegen Erkältungen, sagt die rumänische Freundin - aber heiße Zitrone wirkte dann doch besser. cw


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige