Ein Hauch orientalischer Vielweiberei

Steiermark | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Zwei Rabtaldirndln gehen in einer Teppichgalerie fremd und beten "entspannt elegant“ ein "Casanova unser“

Theaterkritik: Hermann Götz

Die mit schaffelldicken Gabbehs ausgelegte Teppichgalerie Geba ist ein mindestens pikanter Ort, wenn sich vier junge Frauen der Anbetung Casanovas widmen. Ein Hauch orientalischer Vielweiberei weht durch den Raum - und das ist noch eine der sittsameren Assoziationen an diesem Abend. Unter der Regie von Ed Hauswirth gibt sich das frisch formierte Damenquartett "entspannt elegant“ dem großen Verführer hin. Theatralisch, versteht sich. In zwölf Stationen kriechen die Darstellerinnen zum Kreuz des Angebeteten und inszenieren Leidenschaft, die Leiden schafft. Vor allem auf Seiten des Angebeteten.

Der alte Giacomo ist nicht nur in Person von Fellinis filmischem Casanova-Darsteller Donald Sutherland präsent, sein Geist wird zum Tischerlrücken herzitiert, sein Leib als Puppe vorgeführt: Giacomo Casanova, eine lebensgroße Vögelscheuche, die mehr an Kokoschkas


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