Phettbergs Predigtdienst

Ich platze! Und schaue dabei das Neujahrskonzert

Kolumnen | aus FALTER 02/11 vom 12.01.2011

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Am 1. Fastensonntag werd ich im 20. Predigtdienstjahr stehen. Alle Welt glüht vor Finanznot, ich habe einen Sachwalter und McGoohan als Sensal. Helfen kann ich nur als bekennender Gutmensch. Renate hat mir gestern ein festes Silvester-Nachtmahl bezahlt: Frühlingsrolle, Fastenspeise des Buddha, Litschi, gebackene Bananen. Wie soll ich jetzt nur meinen Vorrat im Kühlschrank so aufteilen, dass ich nicht platze? Ich mag noch gar nicht frühstücken, der Schluckauf warnt mich zudem! Vorigen Samstag, "Heiliger Abend“, hatte ich dasselbe. Kein Sex, aber Fressalien. Ich konnte eben keinen Jeansboy mein Leben lang für mich begeistern. Es könnten Religionen ohne Ende sich etablieren, aber libertinärer Sex thront darüber! Augen, die einander begegnen, schmusen und es in dem Augenblick wissen. Freiheit ist der Globus.

Das Mittagessen ist schon wieder da: Essen auf Rädern. Steirische Kürbiscremesuppe, gebackener Emmentaler, grüner Salat, Kuchenschnitte. Ich platze! Und schaue derweil das Neujahrskonzert. Ich hätte so gern ein Trinkgeld gegeben, dem, der mir jeden Tag lautlos das Essen vor die Türe stellt. Ich wüsste gar nicht, wie ich der Welt Geld schenken könnte. Dann geht der Tag so vor sich: Um 12.30 Uhr steht ein Taxi vorm Haus und holt mich zur Vorabendmesse ab. Hoffentlich redet im Buffet im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern wer mit mir. Und dann ist wieder eine Folge "Phettbergs Nette Leit Show“ um 22.45 Uhr auf TW1.

Nun weiß ich mir mein Essen zu ordnen: Ich hab heute gar kein Mittagessen zu mir genommen und im Buffet ein Käse-Graham mit einem Häferlkaffee und einem Apfel gegessen. Dann werd ich morgen zum Frühstück platzen, ich ess den gebackenen Emmentaler. Und zum Mittagessen nehm ich den gefüllten Kalbsbraten. Zu einem Gespräch kam es nicht, aber ich konnte Unzähligen "Prosit“ wünschen. Und viele kannten mich und erzählten mir, dass "ich“ jede Nacht auf TW1 ausgestrahlt werde. Jetzt muss ich doch einmal mich auf TW1 anschauen, allein, um den knackigen Lederarsch Oliver Hangls wieder einmal augenzuschmausen.

Sehr merkwürdig, ich hab die ganze Mitternacht gestern durchgeschlafen, das passierte mir noch nie zum Jahreswechsel.

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