Festival

Der Begriff Musiktheater ist hier ein weites Feld

Lexikon | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Seit 2004 veranstaltet der Wiener Regisseur Michael Scheidl (Netzzeit) die Reihe Out of Control. Sie versteht sich als "Festival für neues Musiktheater“, aber der Musiktheaterbegriff, der hier gemeint ist, ist ein weites Feld. Schon die Eröffnungsproduktion im Tanzquartier lässt sich nicht leicht kategorisieren: Zwar stehen in "Pieces of movement for orchestra“ (20. bis 22.1.) zeitgenössische Kompositionen und ein Orchester im Mittelpunkt des Geschehens: Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien (Dirigent: Gottfried Rabl) spielt eine Auswahl aus den mehr als 100 "Orchesterminiaturen“, die Komponistinnen und Komponisten für das RSO Wien geschrieben haben. Die Musik aber tritt in einen Dialog mit verschiedenen Körpersprachen, die fünf international renommierte Choreografinnen und Choreografen - Claudia Bosse, Christine Gaigg, Chris Haring, Anne Juren und Paul Wenninger - für das Projekt entwickelt haben. Der Klangkörper trifft auf den tanzenden Körper.

Auch im zweiten bei Out of Control 2011 präsentierten Projekt, "Der Präparator“ im Radiokulturhaus (22. bis 29.1.), kommen zwei Welten zusammen: Das "Kammerlustspiel“ des italienischen Autors Renzo Rosso trifft auf die dazu komponierte Musik von Giorgio Battistelli, der Burgschauspieler Martin Schwab auf das Klangforum Wien (Dirigent: Johannes Kalitzke). Schwab spielt Doktor Alexander Mischin, der ein Zwiegespräch mit Wladimir Iljitsch Lenin führt - besser gesagt, mit dessen einbalsamierter Leiche, für deren tadelloses Äußeres er als Präparator zuständig ist; seine "inneren Stimmen“ werden vom Klangforum beigesteuert. Abgeschlossen wird das Festival im Februar mit der Kammeroper "Jacob’s Room“ und der Kinderoper "Camilo Chamäleon“. WK

Tanzquartier, Halle G, Do (20.1.) 20.30, Fr, Sa 17.30, 20.30; Radiokulturhaus, Großer Sendesaal, Sa 19.30


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