Neu im Kino

Gefangen in der Kunstwelt: "Black Swan“

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Die weiße Tänzerin wird von einer schwarzen Teufelsgestalt überfallen. Gerade so, als ob das Geschöpf der Finsternis einen Bannstrahl auf die Ballerina gerichtet hätte, wird sie - obwohl sie sich mit Händen und vor allem Füßen wehrt - immer wieder zu ihm hingezogen. Kleine Federn tanzen im Scheinwerferlicht zu Boden. Ein böser Traum. "We make it visceral“, erklärt kurz darauf der Ballettdirektor LeRoy (Vincent Cassel) seiner neuen Muse Nina (Natalie Portman), die er für Tschaikowskys "Schwanensee“ engagiert hat und die für die Hauptrolle nicht über, sondern in ihren Schatten springen muss: die dunkle Seite in sich selbst entdecken.

Natürlich fügt sich das ewige Thema der zerrissenen Seele hervorragend in die Filmografie von Darren Aronofsky, der seine Helden - ob als Forscher, Konquistador oder Wrestler - schon immer einer Selbstzerstörung aussetzte. Auch "Black Swan“ ist eine Flucht nach vorn, aus dem jungfräulich-rosaroten Plüschzimmer und vor einer diabolischen


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