Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Aus Gründen, die an dieser Stelle hoffentlich nicht mehr erklärt werden müssen, ist Montag kein besonders geeigneter Tag, um mit Redaktricen und Redakteuren dieses Blattes Cream Tea with Scones & Clotted Cream einzunehmen. Für meine Kolleginnen und Kollegen mag ich nicht sprechen (vielleicht leidet ja jemand an CC-Allergie), aber mich dürfte man jederzeit auf CT+S&CC einladen, bloß dass man dafür Zeit und Muße haben muss und diese zu jener Stunde, in der man CT+S&CC zu verzehren pflegt, hierorts rar ist: Da sitzen Redaktrice und Redakteur fiebrig vor dem Schirm und gießen im Viertelstundentakt zwei Finger hoch Bunnahabhain in den Rauchglastumbler und ziehen hektisch an ihren Demi Tasse (Redaktricen), Half Coronas (Politik), Torpedos (Stadtleben) und Lonsdales (Feuilleton).

In letzter Zeit hat sich freilich und bedauerlicherweise die Unsitte der aushäusigen berufsgebundenen Montagabendtermine verbreitet - just so, als ob man eine Tageszeitung wäre und auch noch berichten müsste, was am Vortag vorgefallen ist. Der Theaterkritiker glaubt dann auf einmal, einen Montagpremierentermin wahrnehmen zu müssen, der Politikressortleiter führt plötzlich "Regie“ und sucht noch wenige Tage vor der Uraufführung nach einem Veranstaltungsort, der groß genug ist, um die erwarteten Tausendschaften zu beherbergen, und sein Kollege vom Feuilleton macht das Gleiche wie die Tage davor, tut es am Montag aber "beruflich“. Und wer errät, wovon hier die Rede ist, darf die drei, von denen hier die Rede ist, sehr gern auf eins der fett gedruckten Genussmittel einladen!


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