Kommentar 

Anti-Diskriminierung: Kriegt ein Skinhead Ihre Wohnung? Nein!

Gleichbehandlung

Falter & Meinung | Sibylle Hamann | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Sie besitzen eine Wohnung und wollen Sie vermieten. An wen? Das geltende Antidiskriminierungsgesetz verbietet Ihnen, bei dieser Entscheidung auf das Geschlecht und auf die ethnische Herkunft zu achten. Das ist richtig so - denn weder seine Hautfarbe noch seine Geschlechtsmerkmale hat sich ein Mensch ausgesucht. Dasselbe müsste für die sexuelle Orientierung gelten.

Schwieriger wird es jedoch, wenn es um Merkmale geht, die nicht angeboren sind, sondern für die man sich entschieden hat. Die Weltanschauung etwa. Soll auch hier der Diskriminierungsschutz gelten? Sollen Sie Schadensersatz leisten, wenn Sie sagen: "Ein Skinhead kriegt meine Wohnung nicht!“?

Ja, meinen die Grünen und Teile der SPÖ. Nein, meint die ÖVP. Sie hat sich, nach monatelangem Hin und Her in der Koalition, nun durchgesetzt. Und hat im Prinzip Recht.

Es ist selbstverständlich, dass in allen öffentlichen und halböffentlichen Bereichen, etwa bei der Vergabe von Gemeindewohnungen, weltanschauliche Neutralität herrschen


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