Kolumne  

Erst der Anfang? Die tunesische Revolution und ihre Folgen

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Da soll noch jemand behaupten, arabischen Gesellschaften fehle die Fähigkeit zu politischer Dynamik. Mit beeindruckender Spontaneität und Geschwindigkeit hat sich der tunesische Volksaufstand ausgebreitet, hat den Polizeistaat erschüttert und den Diktator zur Flucht gezwungen. Seit 1987 hatte Ben Ali das Land auf der Basis eines sozialen Kontrakts regiert, der ein langsames, aber stetiges wirtschaftliches Wachstum, eine fortschrittliche Frauen- und Bildungspolitik garantierte, die politische Stabilität jedoch durch die Unterdrückung der Opposition und einen brutalen Polizeiapparat absicherte. Alles im Namen des Kampfs gegen den radikalen Islamismus: Ben Ali war der Lieblingsdespot des Westens an der Mittelmeergrenze der EU. Seine Partei ist noch immer Mitglied der Sozialistischen Internationalen, des Verbands der Sozialdemokratischen Parteien.

Noch ist der Ausgang des Umsturzes offen. Die alte Garde, zu der auch der Übergangspräsident zählt, wird versuchen, möglichst viel vom Erbe


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