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Bücher, kurz besprochen

Politik | Marianne Schreck | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Uni-Stimmungsbarometer

Geht die akademische Lehre an ihrer eigenen Bürokratie zugrunde? Ist der Humboldt’sche Bildungsansatz - der Universalgelehrte als Ziel - noch aktuell, oder muss sich das ökonomische Prinzip durch alle Bereiche der Wissensaneignung ziehen? Ist eine Universität, die ihre strukturellen Bedingungen nicht autonom wählen und bewältigen kann, überhaupt in der Lage, relevante Fragen zu stellen?

Im vorliegenden Band sind höchst unterschiedliche Schriften zum Thema Universitäten versammelt. Herausragende Köpfe der Scientific Community wie der Soziologe und Kulturtheoretiker Dirk Baecker, die Philosophin und Philologin Judith Butler oder der Philosoph und Kulturwissenschaftler Robert Pfaller kommen hier zu Wort, aber auch Studenten. Ein Münchner Kollektiv ist Herausgeber.

Manche Texte sind in einem kühlen, distanzierten Wortlaut gehalten, in anderen ist eine Leidenschaft zu spüren, die man eher Politikern zuschreiben würde. Eines ist ihnen gemeinsam: die Sorge um den Zustand der Institution Universität und der Versuch, der Komplexheit des akademischen Bildungsbegriffes eine Form zu geben. Das Buch zeigt einen spannenden Querschnitt aktueller Positionen, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und trifft vielleicht deshalb den Nerv der Debatte.

Johanna-Charlotte Horst u.a. (Hg.):

Unbedingte Universitäten: Was passiert? Stellungnahmen zur Lage der Universitäten. Diaphanes, 412 S., € 18,-


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