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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Es gilt die Unschuldsvermutung. Letzte Woche war davon wenig zu merken: "Stiefvater prügelt Buben tot“ (Heute-Schlagzeile am 10. Jänner), "Dieser goldige Bub wurde vom Stiefvater totgeprügelt“ (Österreich, 11. Jänner), "Jener Stiefvater, der den dreijährigen Cain unbarmherzig in den Tod geprügelt hat, ist bereits mit 25 Jahren in Frühpension“ (Heute, 12. Jänner), "Mit Besenstiel Bub erschlagen: Mörder gefasst!“ (Kronen Zeitung, 12. Jänner), "Kind totgeprügelt: Nur sechs Jahre in Haft?“ (Heute, 13. Jänner), "Bestialischer Sadist: M. Maletic“ (Krone, 13. Jänner), "Kleiner Cain (3): Psychoakte seines Killers“ (Österreich, 13. Jänner), "Kindesmörder ist ohne Reue“ (Kronen Zeitung, 14. Jänner), "1.150 Euro Pension für Cains Killer“ (Österreich, 15. Jänner), "Retter Markus W. sah als Erster den toten Cain und blickte dem Mörder in die Augen“ (Österreich, 16. Jänner). Natürlich sprechen alle Indizien gegen den Verhafteten. Aber wer schuldig ist, entscheiden Gerichte und nicht Krone, Österreich und Co.


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