Kaugummi aus dem Himmel

Feuilleton | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Comeback des Anti-Heimatfilms: "Vielleicht in einem anderen Leben“ von Elisabeth Scharang

Filmkritik: Siegfried Mattl

Frühjahr 1945, irgendwo im bäuerlichen Osten Österreichs. Das Panorama einer von den Schlägen der Modernisierung noch unverletzten Landschaft entfaltet sich, auf deren Feldwegen Menschen einem unsichtbaren Ziel zustreben.

Amerikanische Aufklärungsflugzeuge kreisen über den Wolken. Ihre Piloten ahnen nicht, dass tief unter ihnen eine Gruppe ungarischer Juden ihrer Vernichtung entgegenzieht. Ein lässig aus dem Cockpit geworfenes Stanniolpapier landet wie ein Wunder inmitten der eben zur Rast gelagerten Gruppe (ein zweifaches Wunder, denn Wrigley’s Kaugummi hatten damals noch keine Aluverpackung.)

Der Geruch von amerikanischem chewing gum, dieser Geruch der Freiheit, lässt bei einem Mann der Gruppe für einen Moment Hoffnung aufkommen, ehe die Realität zurückschlägt: Wütend über die soeben erfolgte Demolierung seiner Schellacksammlung, erschießt ein junger SSler

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