Von Muskelmännern und Pantherfrauen

Feuilleton | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Die türkische Künstlerin Gülsün Karamustafa sucht das Politische in Denkmälern und Kitsch

Porträt: Nicole Scheyerer

Gülsün Karamustafa fühlt sich auf dem Land nicht wohl. "Ich war immer ein Stadtmensch.“ Die Künstlerin wohnt im Herzen von Istanbul, im Stadtteil Galata, dessen gleichnamiger Turm und Brücke als Wahrzeichen bekannt sind.

Seit ein paar Monaten weilt die 64-jährige Türkin aber am Wiener Spittelberg, dessen Geschäftigkeit sie im Interview mit dem Falter lobt. Das Grätzel passt auch hervorragend zu Karamustafas Kunst, die sich vor allem um Migration, gesellschaftliche Umbrüche und Erinnerung dreht: Schon im 17. Jahrhundert besiedelten Slowenen, Kroaten und Ungarn den als "Krowatendörfel“ bezeichneten Stadthügel; 1683 beschoss der osmanische Feldherr Kara Mustafa Pascha von hier aus die kaiserliche Hofburg.

Die Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei interessieren Karamustafa sehr, allerdings die einer späteren Epoche. In ihrer Ausstellung "The Monument


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