Die hohe Kunst des blauen Dunstes

Stadtleben | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Das Rauchverbot im Café Hawelka wirft die Frage auf: Gehört Rauchen zur schützenswerten Folklore?

Studie: Matthias Dusini

Es war im letzten Juli vorbei mit dem Nebel. Da wurde im Café Hawelka das Rauchverbot eingeführt. Nun verglimmte auch die letzte Hoffnung, dass im Lokal wieder geraucht werden darf. Die Kaffeehäuser Sperl, Prückel, Landtmann und Ritter stehen unter Denkmalschutz; der Antrag auf die Unterschutzstellung des Hawelka wurde vom Bundesdenkmalamt abgelehnt.

Dafür sprach sein Rang in der Wiener Kulturgeschichte. Hier traf sich die Nachkriegsbohème, lasen und rauchten Schriftsteller wie H.C. Artmann und Hans Weigel. Dagegen sprach die belanglose Einrichtung, die - im Gegensatz etwa zu Oswald Haerdtls Café Prückel - keine gestalterische Absicht verriet. In der Sprache des Denkmalschutzes heißt das: "Die kulturelle Bedeutung macht sich nicht dinghaft manifest.“

Ein geschütztes Kaffeehaus hätte den Vorteil gehabt, dass jede bauliche Tätigkeit mit dem Bundesdenkmalamt


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