Nana, Ana und die sezierte Erdbeere: Sophie Reyer versucht es erneut mit Anorexie als Bühnenthema

Steiermark | aus FALTER 03/11 vom 19.01.2011

Theaterkritik: Maria Motter

Für die Figuren von Sophie Reyers "Schneewittchenpsychose“ ist Magersucht nicht bloß eine kurze Lebensphase, sondern die Norm. Körperlichkeiten behandelt Reyer konsequent in den meisten ihrer Texte, die Auseinandersetzung mit der Essstörung Anorexia Nervosa in "Schneewittchenpsychose“ geht für die Zuschauer aber nicht unter die Haut. Vielleicht weil die Wirklichkeit härter ist: Letztes Jahr starb die Französin Isabelle Caro, deren abgemagerter, nackter Körper auf Bildern von Oliviero Toscani schockierte. Und während im Fernsehen allabendlich extrem schlanke junge Frauen ihren Fotoshootings in Castingshows entgegenfiebern, bringt Reyer, die jüngst beim S. Fischer Verlag untergekommen ist, ihr Stück zum Thema erstmals in Graz auf eine Bühne. Die Produktion des Theaterkollektivs Faimme, das die Autorin mit der Performerin Gina Mattiello 2007 gründete, will das Zuschreibungsgeflecht der inneren Katastrophe Magersucht zeigen. Eine Entwirrung gelingt


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