Kritiken

Eine Flughafenkomödie mit kleinen Abstürzen

Lexikon | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Die Welt wird immer kleiner, das Leben des Einzelnen aber wird dadurch keineswegs leichter: Die Einsamkeit des Managers in Zeiten der Globalisierung ist ein beliebtes Motiv in der deutschen Gegenwartsdramatik. Ulrike Syha etwa präsentiert in ihrem Stück "Fracht (Nautisches Denken I-IV)“ (2010) vier Menschen, die auf Flughäfen irgendwo auf der Welt festsitzen. Einer wird von seinem erwachsenen Sohn aufgesucht, von dessen Existenz er bisher nichts wusste. Ein anderer erfindet nach seiner Scheidung einen Bruder, um keine sozialen Kontakte wahrnehmen zu müssen und endlich in Ruhe fernschauen zu können. Syha beweist einmal mehr, dass sie zu Deutschlands witzigsten Autorinnen zählt; Katrin Schurichs Inszenierung schwankt zwischen toller Schmiere und peinlichem Knallchargieren, ist also kein ungetrübtes Vergnügen. WK

Theater Drachengasse, Fr, Sa, Di, Mi, Do 20.00


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