Kritik

"Ausländer raus“ mit Johann Strauß


Sara Schausberger

Lexikon, FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Inmitten eines Bühnenbilds in Operettenästhetik steht ein Käfig mit dem Schriftzug "Völkerschau“. Im Jahr 2015, in dem die FPÖ an der Macht ist, herrscht Abschiebungspolitik à la Schlingensiefs "Ausländer raus“. Um in Österreich bleiben zu dürfen, zeigen "Migrations-Schauspieler“ in Hubsi Kramars und Asli Kislals Polit-Stück "Wiener Blut oder Oper-rette sich wer kann“ Szenen aus der Strauß-Operette. Wer subventioniert und wer abgeschoben wird, entscheidet ein Barometer, das die Operetten-Fähigkeit der "Ausländergfraster“, misst. Wer sich angepasst hat, darf bleiben; wer "artfremde Kunst“ macht, muss gehen. Die Darsteller singen und tanzen mit Herzblut und Witz, trotzdem bleibt das Stück bis zum Schluss in Operettenmanier an der Oberfläche.

3raum-Anatomietheater, Mo, Di 19.30

Fanden Sie diesen Artikel interessant? Dann abonnieren Sie jetzt und bleiben Sie mit unserem Newsletter immer informiert.

FALTER 25/19
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Artikel dieser Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige