Buch der Stunde

Der Richter und sein Rechtsanwalt

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Der in Wien als Anwalt tätige Alfred J. Noll gehört zu den Menschen, die etwas Anständiges gelernt haben und dennoch publizistisch tätig sind. Im Zentrum seiner Auslassungen steht naturgemäß das Recht. 2008 hatte Noll Sophokles juridisch zerlegt ("Kein Anwalt für Antigone!“), nun hat er mit "Kannitz“ eine "Parabel“ verfasst, die sich aufs Neue um Rechtsfragen dreht, unbestreitbar aber auch ein Stück schöner Literatur darstellt.

"Dieser Mann kam aus einer anderen Welt. (…) Er hatte Statur, er war ein Herr“, erinnerte sich der Titelheld an seine Erstbegegnung mit Isidor Hoffer. Der spätere Präsident des Verwaltungsgerichtshofs war damals noch Wiener Magistratsbeamter und wird vom "berühmten Hoffer“ kontaktiert, weil dieser seine Klienten vor einem Konzessionsentzug bewahren möchte - und darin auch erfolgreich ist, ohne dass der biedere Kannitz sein Gesicht verlöre. Die durchaus von gegenseitigem, wenngleich ungleich verteiltem Respekt getragene Beziehung überschreitet


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