Ohren auf  

Gitarrenpop: die Wiese vom Schnee befreien

Sammelkritik

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Wenn einer die Natur für sich entdeckt und aufs Land zieht, heißt das für die Kunst oft nichts Gutes. Anders bei Colin Meloy, der sich mit seiner Folkpopgruppe The Decemberists in ein Sacherl nahe Portland, Oregon, zurückzog, um "The King Is Dead“ (Rough Trade) aufzunehmen - mit den Gästen Peter Buck und Gillian Welch. Nach dem bizarr überladenen "The Hazards of Love“ hat er seine Musik einer Entschlackungskur unterzogen. Obwohl durchaus glatt produziert und vor Country-Klischees nicht ganz gefeit, strahlen die zehn feingliedrigen Stücke eine unschuldige Schönheit aus, wie sie derzeit selten ist. In "January Hymn“ spürt man schon den Frühling: "On a winter’s sunday I go / To clear away the snow / And green the ground below.“

Ein Meister stiller Klänge ist bzw. war Sam Beam alias Iron & Wine. Der Singer-Songwriter mit der imposanten Gesichtsbehaarung hat sich vom LoFi-Americana-Phänomen zum Pop-Befürworter gewandelt. Auf "Kiss Each Other Clean“ (4AD) klingen seine


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